Bonn wird Biostadt

Landwirtschaftliche Flächen der Stadt sollen vorrangig ökologisch bewirtschaftet werden. Wichtiger Baustein für Bonn als Stadt der Nachhaltigkeit

Bonn wird Biostadt und tritt dem Netzwerk der Bio-Städte bei. Das wird die Jamaika-Koalition heute Abend im Umweltausschuss beschließen. Ziel des Netzwerkes Bio-Städte ist es, den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung verstärkt zu fördern. Die Vorlage fußt auf einem Beschluss, den die Koalition im Januar 18 gefasst hatte. Darin hatte sie die Verwaltung beauftragt hatte, deutlich zu machen, welche Vorteile mit der angestrebten Mitgliedschaft verbunden und mit welchen – personellen – Ressourcen die Arbeit zu bewältigen wäre.

Inhaltlich ging es den Koalitionär*innen darum, Erfahrungen des Netzwerkes für Bonn zu nutzen, bei den Ausschreibungen für Kitas und Schulen mehr Bio- und Regionalprodukte einzuwerben, bei städtischen Veranstaltungen neben Fairtrade-Produkten auch Bio-Produkte aus der Region anbieten und zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Eigentum der Stadt vorrangig ökologisch bewirtschaftet und genutzt werden können.

Jetzt hat die Verwaltung mittels einer Kooperation mit der Hochschule Bonn /Rhein-Sieg die personellen Voraussetzungen für den Beitritt geschaffen. Danach kann eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachhochschule im Rahmen des Förderprogramms „Karriereweg FH-Professur“ den geforderten Praxisanteil bei der Stadt Bonn absolvieren. Der Stellenumfang für diesen Praxisteil beläuft sich auf eine halbe Stelle über den Zeitraum von drei Jahren. Die Stadt muss die Hälfte dieser Personalkosten übernehmen, d.h. 0,25 VzÄ.

Dieser Förderantrag wurde am 7.11.2018 durch das Land bewilligt und um einen Vertrag zwischen Fachhochschule und Stadt Bonn ergänzt. Für die Aufnahme der Tätigkeit bei der Stadt Bonn wurde der 01.01.2019 vereinbart.

„Wir freuen uns natürlich sehr, denn der Beschluss ist ein Meilenstein für die Umsetzung unsere Initiative und ein wichtiger Baustein für unser Ziel, Bonn als Stadt der Nachhaltigkeit zu etablieren,“ sagte Fraktionssprecherin Brigitta Poppe-Reiners. „Besonders danke ich auch der Verwaltung für die Umsetzung in Kooperation mit der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg, die dem Projekt mit Sicherheit noch zusätzliche Impulse verleihen wird.“

„Der Beitritt zum Biostädte-Netzwerk ermöglicht es der Stadt Bonn mit geringem finanziellen Aufwand möglichst viel in Richtung ökologischer Landwirtschaft, regionaler Wertschöpfung sowie der Förderung von Bio-Produkten zu erreichen. Es stärkt durch Austausch von Wissen und Kompetenzen die öffentliche Beschaffung von gesundem Bio-Essen für Kitas und Schulen zu erschwinglichen Preisen. Gerade die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen ist uns ein großes Anliegen“, so Christian Gold, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion.

 „Die wissenschaftliche Begleitung aus der Hochschule Rhein Sieg wird dem Projekt zusätzliche Schubkraft verleihen“ so Wilfried Löbach als FDP Umweltsprecher. In gleicher Sitzung wird der Umweltausschuss ebenfalls auf Antrag der Koalition beschließen, die städtischen landwirtschaftlichen Flächen vorrangig ökologisch zu bewirtschaften. Dazu soll die Verwaltung eine Strategie vorlegen, die aufzeigt, auf welchen Flächen und wie die Umsetzung kurzfristig – mittelfristig – langfristig erfolgen kann. Dabei sollen insbesondere das Meßdorfer Feld und die landwirtschaftlichen Flächen in der Siegaue berücksichtigt werden.

„Durch die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft wird das Grundwasser geschützt und die Artenvielfalt erhalten,“ sagte Frau Poppe-Reiners. „Das bedeutet auch Verbraucherschutz durch Vermeidung von Rückständen in Trinkwasser und Lebensmitteln.“

„Eine ökologische Landwirtschaft ist besonders auf Nachhaltigkeit ausgelegt und schützt im Einklang mit der Natur Böden, Gewässer, Mensch und Tier. Gerade die hochwertigen Böden der Region bilden eine gute Basis für eine erfolgreiche ökologische Landwirtschaft. Die gewünschte Umstellung kann natürlich nicht direkt, sondern nur nach und nach in einer verträglichen Art und Weise gemeinsam mit den Pächtern und Landwirten erfolgen.“, so Christian Gold, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion.

Wilfried Löbach (FDP) findet an der Umstellung besonders positiv: „Gerade die Siegaue, die sehr oft als Hundefreilaufwiese herhalten muß, hat die angestrebte Aufwertung verdient“