Bonn soll klimaneutral werden

Ratskoalition legt umfangreiche Maßnahmen zum Klimaschutz für den Rat vor

In der vergangenen Woche hat der Hauptausschuss die Empfehlung beschlossen, dass die Stadt Bonn bis 2035 klimaneutral wird.

Die Ratskoalition nimmt den Klimanotstand ernst und hat daher am 07.11.2019 im Rat drei Beschlüsse mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen beschloßen:

  1. Emissionsminderung von Treibhausgasen

Das städtische Gebäudemanagement soll ihre Vorbildfunktion für nachhaltiges Bauen und verbessertes Energiemanagement wahrnehmen. Emissionsminderungspotentiale müssen herausgearbeitet werden. Sowohl bei Neubauten, wie bei Sanierungsarbeiten.

Die Grünflächen im Stadtgebiet sollen mehr Bäume erhalten. Diese speichern CO2, spenden Schatten und wirken bei Hitzeperioden kühlend.  

  1. Nachhaltiges Bauen

Bauen in der Stadt soll erheblich nachhaltiger werden. Dies soll u.a. durch geringeren Flächenverbrauch, die Verwendung nachhaltige Baustoffe, und eine klimaabmildernde Gestaltung von Neubauten, wie z.B. mit Fassaden- und Dachbegrünung erreicht werden.

  1. Umsetzungen Klimaschutzmaßnahmen

Basierend auf den bereits vorliegenden politischen Beschlüssen und vorhandenen Konzepten werden die Fachstellen der Verwaltung beauftragt, systematisch weitere konkrete Maßnahmen zum kommunalen Klimaschutz vorzulegen. Die Klimaleitstelle soll die Aufgabe als zentrale Anlauf- und Bündelungsstelle übernehmen. Die Maßnahmen sollen einschließlich der benötigten Finanzmitteln und in einem Umsetzungshorizont von fünf Jahren dargestellt werden.

Christian Gold (Bild), umweltpolitischer Sprecher der CDU: „Dem symbolischen Klimanotstand müssen nun Taten folgen. Wichtig ist, dass wir die effektivsten Maßnahmen zur CO2-Einsparung umsetzen. Dazu brauchen wir eine Priorisierung, die den notwendigen Geldeinsatz und deren Wirkungsgrad in Bezug zur CO2-Einsparung ins Verhältnis setzt.“

Brigitta Poppe-Reiners, umweltpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen: „Die Zeit drängt. Leider sind auch wir als Stadt bisher hinter unseren CO2-Einsparzielen zurückgeblieben. Wir benötigen schnellstens eine Kehrtwende. Wir brauchen eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe, die in den nächsten drei Monaten konkrete und umsetzbare Maßnahmen für kommunalen Klimaschutz und –resilienz erarbeitet.“

Prof. Dr. Wilfried Löbach, umweltpolitischer Sprecher der FDP: „Wir bitten den Oberbürgermeister, eine übergreifende Arbeitsgruppe einzusetzen, die uns in den nächsten drei Monaten eine priorisierte und begründete Beschlussvorlage vorlegt. Dazu müssen auch alle möglichen Fördermaßnahmen bei Bund und Land eruiert werden. Die Kommune ist mit einer alleinigen Finanzierung aller Klimamaßnahmen überfordert.“