Zukunftskonzept für OGS in Bonn

Rat beschließt Zukunftskonzept für OGS in Bonn

Ein Beitrag von Dr. Verena Lautz, Sprecherin im Jugendhilfeausschuss und Christian Gold, Obmann im Jugendhilfeausschuss

In der Sitzung vom 25. Februar 2016 hat der Stadtrat über die Neuausrichtung der Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Bonn beschlossen und mit großer Mehrheit dem Änderungsantrag der CDU-Ratsfraktion, der Grünen und der FDP zugestimmt. Das positive Votum bildet den Abschluss mehrmonatiger, intensiver Koalitionsarbeit und beendet für Kinder, Eltern und Träger eine Zeit des Wartens und der Schwebe.

In der öffentlichen Wahrnehmung entstand bisweilen der Eindruck, dass am OGS-Angebot in Bonn gespart werden soll, das Gegenteil ist aber der Fall: Das Bonner OGS-Angebot liegt bereits heute im oberen Drittel NRWs, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Mit dem nun beschlossenen Änderungsantrag der Koalition wird dieses Angebot ausgeweitet und verstärkt in Bildung und Betreuung investiert. Das Ergebnis ist ein entscheidender Baustein für die familienfreundliche Stadt Bonn, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert.

Angebot 

Neben der Erhöhung des Fachkräfte- und Personalschlüssels erweitert die Stadt ihr OGS-Angebot zukünftig auf 6 Wochen Ferien und nimmt dafür mehr als 750.000€ zusätzlich pro Jahr in die Hand. OGS wird dadurch so ausgerichtet, dass sie für die Träger eine solide Planungsgrundlage bietet und gute Arbeitsverträge mit qualifiziertem Personal ermöglicht. Aus sozialpolitischen Gesichtspunkten ist es wichtig, die Ferienbetreuung pauschal zu finanzieren, um die sechs Wochen Ferien so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten und allen Kindern den Zugang zu einem pädagogisch hochwertigen Ferienangebot zu ermöglichen.

2016_02_23_pk_ogs_lautz_gold_kansy_achtermeyer_kleinerDie Koalition sieht die Notwendigkeit und Bedarfsgerechtigkeit einer Betreuungszeit bis 16.30 Uhr ebenso wie Eltern und Träger als gegeben an. Hier besteht jedoch mit den Trägern Konsens, dass dies mit 22,5 Wochenstunden realisierbar ist. Für Einzelfälle, in denen es OGSen nicht möglich ist, eine Betreuung bis 16.30 Uhr anzubieten, erlaubt ein Passus unseres Antrages der Schulkonferenz, Trägern und dem Schulamt in gemeinsamer Abstimmung eine abweichende Verteilung der Personalressourcen und somit der Betreuungsstunden zu vereinbaren.

Finanzierung 

Für das o.g. Angebot erhalten die Träger eine Pauschale von 2585 € pro Kind, im Vergleich zum Schuljahr 2014/2015 bedeutet dies eine Steigerung von 22,22 %.

Die Mehrkosten von 1,9 Millionen Euro werden im bestehenden Finanzierungsverhältnis von rund 40 zu 60 zwischen Stadt und Eltern aufgeteilt. Sie belaufen sich für die Stadt dementsprechend auf rund 750.000 Euro pro Jahr.

Neben dem städtischen Anteil wird zur Gegenfinanzierung der erhöhten Pauschale zum einen der Elternanteil der obersten drei Einkommensstufen an den Höchstbetrag des Landes angepasst und andererseits ein maßvoll und sozial gestaffelter Geschwisterbeitrag von bis zu maximal 50% für die Geschwister in den höchsten Einkommensstufen wiedereingeführt.

Ausblick 

In einem ersten Schritt wird die Verwaltung nun verschiedene Modelle erarbeiten, wie die heute bestehende vollständige Beitragsbefreiung bei Geschwisterkindern sozial gestaffelt reduziert werden kann. Gemeinsam mit den Trägern wird außerdem ein Verfahren zur Evaluation der Leistung und ein dauerhaftes Controlling entwickelt, das ab dem Schuljahr 2016/2017 gültig sein soll. Hierfür wird im Schulamt eine zusätzliche Stelle eingerichtet. Weiterhin wird ein jährliches Monitoring eingeführt, um die Entwicklung der OGS-Betreuung an den verschiedenen Standorten vergleichbar zu machen.