Skaterpark in der Rheinaue

Zur aktuellen Diskussion um einen Skaterpark auf dem ehemaligen Gelände der Jugendverkehrsschule in der Rheinaue nimmt der CDU-Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Beuel und Landtagsabgeordnete Guido Dèus Stellung:

„Ich habe zum geplanten Skaterpark zwar eine klare Position, doch ist es nicht immer hilfreich diese mittels Presseerklärung lautstark hinaus zu posaunen und damit – in einer schwierigen Gemengelage – andere vor den Kopf zu stoßen oder eventuelle Kompromisse zu erschweren. Deswegen habe ich mich bis jetzt zurückgehalten und lieber hinter den Kulissen einige Gespräche geführt…

Das Engagement und das Konzept für einen neuen Skatepark sind klasse und wir müssen in Bonn viel mehr solch interessante Angebote für Jugendliche schaffen. Gerade für den Stadtbezirk Beuel war und ist mir das seit langem ein wichtiges Anliegen.

Aber wer hier in den sozialen Medien so einfach sein Urteil fällt, über vermeintlich verknöcherte Bürgervereine oder unfähige Kommunalpolitiker, sollte erst einmal die verworrene Faktenlage zur Kenntnis nehmen.

Teile der Verwaltung haben dieses Projekt geplant und auch finanzielle Zusagen in Aussicht gestellt, ohne dies zuvor mit der Politik (die dies zu entscheiden hat) zu besprechen. Dies führt nun in ein leider chaotisches Verfahren. Wir müssen nun dafür sorgen, dass darunter nicht die Initiative und nicht das Ansinnen der Jugendlichen leiden muss. Der Skatepark verdient es ernst genommen und auch verwirklicht zu werden!

Dazu muss man aber wissen, dass andere Verwaltungsteile (eben nicht das Sportamt) zeitgleich den politischen Auftrag haben zu prüfen, ob eine Kindertageseinrichtung, die dringend ein neues Heim sucht, nicht in der Jugendverkehrsschule untergebracht werden könnte. Oder auch den Auftrag Jugendbetreuungsmöglichkeiten im Bonner Süden zu suchen, da der sogenannte „Jugendfreizeitstättenbedarfsplan“ für den Beueler Süden einen dringenden Bedarf ausweist.

Auch eine gastronomische ergänzende Nutzung im Beueler Rheinauenpark steht als Prüfung im Raum oder auch eine in unmittelbarer Nähe geplante neu zu errichtende größere Fahrradverleihstation. Nicht zuletzt muss auch noch die planungsrechtliche Situation genau beleuchtet werden, um kein Präjudiz für ein „zubauen“ der Rheinaue zu schaffen.

Alles sinnvolle Prüfungen, die von der Verwaltung mit Nachdruck betrieben werden, deren Ergebnisse aber erst einmal vorliegen und dann ggf. gegeneinander abgewogen werden müssen. Genau dieses Abwägen ist dann Aufgabe der gewählten Kommunalpolitiker. Mangelnde Kommunikation in dieser Sache führt leider fast immer zwangsweise zu Bürgerprotest, so auch hier.

Und es stehen noch weitere offene Fragen im Raum. Warum muss der Skatepark eigentlich von der Bad Godesberger Seite nach Beuel verlagert werden? Ist etwas an den Gerüchten, dass sie einem Bauprojekt weichen müssen? Hierauf nicht klar und transparent zu antworten schürt völlig unnötig (!) falsche Verdächtigungen und Unterstellungen.

Ich kann mir eine Skateparknutzung an der Stelle der ehemaligen Jugendverkehrsschule sehr gut vorstellen und werde diesen Vorschlag innerhalb meiner Fraktion und innerhalb der Beueler und Bonner Koalition auch weiterhin unterstützen, wenn die offenen Fragen zuvor beantwortet sind.

Die Nutzung als Jugendverkehrsschule wurde aus guten Grund beendet, denn weder Polizei, Schulleitungen noch der ADFC sehen dieses Angebot an dieser Stelle weiter für erforderlich an. Das sollten alle Beteiligten (Politik & Bürgervereine) zur Kenntnis nehmen und akzeptieren. Diejenigen die nun meinen, man sollte die Jugendverkehrsschule zurückbauen und wieder zur grünen Wiese machen (so denken leider einige), werden mich definitiv nicht auf ihrer Seite haben.

Die Rheinaue wird vermutlich gegen unseren politischen Willen unter Denkmalschutz gestellt werden. Ich bin nicht dafür die Rheinaue zuzubauen, aber bisher schon genutzte Bereiche müssen weiterhin für interessante Nutzung zur Verfügung stehen. Unsere grüne Lunge in Bonn muss leben, muss atmen, muss erlebbar, muss attraktiv sein und vielfältige Freizeitmöglichkeiten bieten. Erholungssuchende müssen hier ebenso fündig werden, wie Sportler oder Musikliebhaber.

Sollte die Jugendverkehrsschule also nicht als Standort für eine Kindertageseinrichtung geeignet sein, sollte eine Verwendung als neue Jugendbegegnungsstätte nicht möglich sein, stellt sich für mich die Frage nach eventuellen Kombinationsmöglichkeiten.

Warum nicht Skatepark und Außenstelle einer „Offenen Türe“ für die Jugendarbeit verbinden? Warum nicht eine Kombination aus gastronomischen Angebot und Skatepark, passt doch eigentlich alles gut zusammen. Ansätze von diesen Gedanken sind im Konzept der Skater zu finden.

Ich habe das Thema auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung am 5.7. 2017 setzen lassen und hoffe wir kommen jetzt dort ein Stück weiter. Hinter den Kulissen wird zumindest kräftig gearbeitet. Dies kann man auch daran erkennen das in allen Fraktionen noch teils unterschiedliche Meinungen existieren und kräftig diskutiert wird.

Presseerklärungen von einzelnen Parteien, erst recht von der Bonner Seite, braucht es hier nicht. Wir sollten uns an einen Tisch setzen und die offenen Probleme ausräumen, so wie es guter Beueler Brauch ist. Dafür will ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der BV Beuel sorgen…“

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