Wo, bitte, geht es hier zum Alten Rathaus? Eine in Bonn oft gehörte Frage. Aber warum heißt das Alte Rathaus eigentlich nicht einfach Rathaus?

Bonns Gute Stube am Markt hieß tatsächlich einst nur Rathaus, und zwar bis zur Inbetriebnahme (1925/26) des Stadthauses am Bottlerplatz (demnächst Haus der Bildung).

Schloßmacher wurde in einem Artikel der damals in Bonn erscheinenden Deutschen Reichszeitung vom 3. April 1924 fündig. Der Beitrag spekuliert unter der Überschrift „Unser altes und unser neues Rathaus“ über die zukünftige Nutzung des Neubaus am Bottlerplatz (einst Mülheimer Platz). Es wurde darüber nachgedacht, den Neubau zukünftig „Neues Rathaus“ zu nennen.

Über das Rathaus am Markt heißt es darin wörtlich: „Es ist kein Büro-, sondern eher eine Art Festhaus. Und daran muss man, wenn es jetzt nach Fertigstellung des Neuen Rathauses zum ‚Alten Rathaus’ wird, in erster Linie denken. Es wird also dann am besten als solches, d. h. als ein Festhaus, nicht mehr als ein Arbeitshaus aufzufassen sein. Es soll natürlich auch weiterhin öffentlichen Zwecken dienen …“

Linktipp: Flyer „Altes Rathaus am Markt

In der Ausgabe des General-Anzeigers vom 10. März 1926 – das Stadthaus am Bottlerplatz war bezogen – heißt es dann im Zusammenhang mit einem anstehenden Neuanstrich über das „Farbenkleid des alten Rathauses“: Es wird in einem zarten mittleren Grün für die Flächen und einem feinen Grau für die Zwischengliederungen, Simse u. dergl. gehalten sein… Der Sockel und der Treppenaufgang werden in etwas dunklerem Grün gestrichen… “

Der Name Altes Rathaus hatte sich also recht schnell eingebürgert, stellt Schloßmacher fest. Lediglich hinsichtlich der Farbgestaltung hat es gelegentliche Veränderungen gegeben …
Die Geschichte wiederholte sich dann in den siebziger Jahren: Aus dem Verwaltungsgebäude am Bottlerplatz wurde nach dem Bau des „neuen“ Stadthauses am Berliner Platz das „Alte Stadthaus“.

Quelle: Presseamt der Stadt Bonn

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