Schwimmbadneubau im Wasserland

Der Stadtrat hat in seiner Sondersitzung am 2.2.2017 einen weiteren Schritt in Richtung Bau eines neuen Familien-, Schul-, Sport- und Freizeitbades gemacht. Mit einer klaren Mehrheit von 52 gegen 27 Stimmen hat er das Bürgerbegehren der Initiative Kurfürstenbad abgelehnt. Damit kommt es jetzt zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte Bonns.

Am 22. September 2016 hat der Bonner Stadtrat nach rund 20 jähriger Diskussion endlich den gordischen Knoten zur Zukunft der Bonner Bäderlandschaft mit den Stimmen der Koalition beendet. Er gab grünes Licht für den Bau eines neuen Familien-, Schul- und Sportschwimmbades neben dem Sportpark Wasserland, nördlich des Heizkraftwerks Süd. Das Bad soll so konzipiert werden, dass es den Bedürfnissen der Bonner Schulen, der Sportvereine und der Bürgerinnen und Bürger entspricht. Ziel ist es, allen Nutzergruppen ausreichend Wasserfläche mit genügend Nutzungszeiten anzubieten.

Der CDU-Sportobmann Dr. Christos Katzidis zeigte sich von der Opposition enttäuscht: „Leider konnte sich die Opposition nicht zu einer Zustimmung durchringen, die Stillstandspolitik scheint dort kein Ende zu finden. Die SPD will lieber zweistellige Millionenbeträge in mehr als 50 Jahre alte Bäder, wie das Kurfürstenbad und Frankenbad, investieren, anstatt den Sportstandort Bonn zu stärken und in die Zukunft zu investieren. Wir als Koalition wollen dem Sport eine Perspektive bieten und das Freizeitangebot in Bonn nachhaltig verbessern. Genau das unterscheidet uns im besonderen Maße von der Opposition.“

Vorgesehen ist, dass die Stadtwerke Bonn das neue Schwimmbad bauen und technisch betreiben. Das Grundstück für den Neubau liegt zentral und ist gut erreichbar. Vorteilhaft ist die Nähe zum bestehenden Heizkraftwerk und der Umstand, dass das Grundstück den Stadtwerken gehört.

Um den anspruchsvollen aber umsetzbaren Zeitplan bis zur Eröffnung im Jahr 2020 zu gewährleisten, haben die Stadtwerke Bonn die Bürgerinnen und Bürger, den Stadtsportbund und die Träger öffentlicher Belange bereits mit einer Bürgerwerkstatt im November in die Projektplanung eingebunden. Die Resonanz war überwältigend und deutlich höher als bei bisherigen Bürgerbeteiligungen.

Die Bürgerwerkstatt brachte beeindruckende Ergebnisse: Rund 2.400 Besucher teilten ca. 1.850 schriftliche Anregungen zum Badneubau mit. Fast 90 Prozent hiervon sind in das Nutzungskonzept eingeflossen.

Lage und Anbindung gut

Der Standort liegt geographisch im Zentrum des Bonner Stadtgebietes und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens zu erreichen. Die Nachbarschaft zum bestehenden Sportpark Wasserland und die Nähe zu den rund 45.000 Arbeitsplätzen im benachbarten Bundesviertel entlang der B9 machen den Standort zusätzlich attraktiv. In unmittelbarer Nähe zum geplanten Bad entsteht die neue DB-Haltestelle „UN Campus“, die zudem sehr gut an viele Buslinien angebunden sein wird. Die Stadtbahnhaltestellen „Heussallee /Museumsmeile“ und „Ollenhauerstraße“ sind fußläufig erreichbar. Ausreichend Parkplätze sind vorgesehen.

Synergien Bau & Betrieb

Auch für Bonn als Klimahauptstadt ist der Standort ideal. Denn durch die Nähe zum benachbarten Heizkraftwerk sind energieeffiziente und technologische Synergien beim Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung möglich. Der Bedarf an Strom, Wärme und Kühlung kann klimaschonend vor Ort gedeckt werden. Zudem würden die energetischen und technischen Anforderungen eines Bad-Betriebs in den bestehenden Stadtwerke-Standort integriert.

Ja zur Bürgerbeteiligung

Wir freuen uns, dass der Stadtsportbund geschlossen hinter dem Neubau steht. Mit Sorge beobachten wir die Entwicklung im Stadtbezirk Bad Godesberg, wo Unterschriften für die Sanierung und Wiedereröffnung des Kurfürstenbades gesammelt wurden.

Kommt ein erfolgreicher Bürgerentscheid zustande und stimmt eine Mehrheit der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger für eine Sanierung und Wiedereröffnung des Kurfürstenbades, wird es in Bonn auf absehbare Zeit kein neues Bad und damit auch keinen Fortschritt in der Bäderlandschaft geben. Denn beides (Sanierung und Neubau) kann sich die Stadt Bonn keinesfalls leisten! Zudem wird die Diskussion um die Bäderschließungen aufs Neue losgehen.

Wie geht es jetzt weiter?

Sehr zügig werden nach einer europaweiten Ausschreibung zehn namhafte Architekturbüros ausgewählt, die am 22. Dezember 2016 in den Architektenwettbewerb starten. Ziel des Wettbewerbs ist die Planung eines neuen Schwimmbads, das die vielfältigen Anforderungen an die Nutzung funktional in Einklang bringt, eine attraktive Architektur und ansprechende Gestaltung der Innenräume bietet. Das Bad kann wirtschaftlich realisiert, energieeffizient und klimaverträglich betrieben werden. Der Wettbewerb wird im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein, so dass Anfang April das Preisgericht tagen kann.