ÖPNV-Umgestaltung Bonner Talweg

Die Koalition hat in der Sitzung des Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz am 18. November 2015 einen Änderungsantrag zur „Kapazitätssteigerungs- und Beschleunigungsmöglichkeiten der Straßenbahn auf dem Bonner Talweg zwischen Königstraße und Weberstraße“ beschlossen.

Danach wurde die Verwaltung gebeten, neben den vorliegenden Planungsvarianten eine weitere Planungsvariante zu erstellen, in der

  • die Schienen im Abstand von 1,50 m vom östlichen Bürgersteig in die Straßenmitte mit einem Abstand der Gleisachsen von 2,85 m (bisher 2,69) verlegt werden,
  • vor den PKW-Parkplätzen auf der westlichen Straßenseite eine Straßenfläche von 1,38 m für Rangierverkehr und LKW-Lieferverkehr freigehalten wird,
  • auf beiden Straßenseiten ein Radfahrschutzstreifen von 1,25 m abmarkiert wird und zwar unmittelbar neben dem östlichen Bürgersteig und auf der westlichen Seite an die Rangierfläche anschließend,
  • auf beiden Straßenseiten des Bonner Talwegs von der Weberstraße bis zur Bismarckstraße bzw. bis zur Loestraße bewirtschaftetes Parken mit Ladeverkehr und Kurzzeitparken vorgesehen wird,
  • ein Ausgleich für die wegfallenden Anwohnerparkplätze an anderer Stelle vorgesehen wird.

Die konkret zu erwartenden Auswirkungen der einzelnen Planvarianten auf das Wohn- und Geschäftsumfeld sollen dargestellt werden. Zudem soll zu den erweiterten Ergebnissen dann auch eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden.

2015_10_21_bonner_talweg_3Die planungspolitischen Koalitionssprecher Henriette Reinsberg (CDU) und Frank Thomas (FDP): „Parkraum in der Bonner Südstadt ist rund um den umzubauenden Teil des Bonner Talwegs knapp. Für die Geschäftszeile am Bonner Talweg stehen weder Parkplätze für den Lieferverkehr noch Kundenparkplätze zur Verfügung. Die Geschäfte sind aber auf beides in hohem Maße angewiesen, um weiterhin existieren zu können. Die bunte Mischung der Geschäfte ist nicht nur Versorgungszentrum für die Anwohner, sondern macht einen großen Teil des besonderen Flairs in der Südstadt aus. Der Erhalt der Geschäftszeile in der Südstadt ist für die Antragsteller von großer Bedeutung. Deswegen fordern die Antragsteller bei den beabsichtigten Umbaumaßnahmen den Lieferverkehr sowie Parkplätze für Kurzzeit Parker in angemessenem Umfang zu berücksichtigen.

Die Befürchtungen der Geschäftsleute durch Wegfall des Parkens in zweiter Reihe erhebliche Einbußen an Kunden hinnehmen zu müssen, sind nicht unberechtigt, denn die Geschäfte im südlichen Bereich des Bonner Talwegs berichten von einem massiven Rückgang der Zahl ihrer Kunden nach dem Umbau der Straße. Eine Gleisverlegung – verbunden mit dem Verlust von Halte- bzw. Kurzparkmöglichkeiten für Kunden – lehnen die Geschäftsleute daher strikt ab. Bei den Planungen ist auch die missliche Situation der Bewohner/Innen der Südstadt zu berücksichtigen, die aus Gründen des Denkmalschutzes zumeist nicht über eigene Stellplätze und Garagen auf den Grundstücken der Häuser, die sie bewohnen, verfügen. Deshalb sollte in der Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern über die Umbaupläne auch eine zuverlässige Aussage über die Auswirkungen auf das Wohn- und Geschäftsumfeld vorgelegt werden.“