Integriertes Handlungskonzept Hardtberg

CDU fordert Aktualisierung wegen Städtbauförderung

Die Weiterentwicklung des Stadtbezirks Hardtberg und die Beantragung von Fördermitteln für städtbauliche Maßnahmen bei dem Land und der Bezirksregierung in Köln verlangt die Aktualisierung und Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes aus dem Jahr 2002,  fordert der CDU-Ratsherr und Planungssprecher Bert Moll (Bild). Wir können damit nicht länger warten, da das Konzept nur für einen Zeitraum von 10 Jahren angelegt gewesen ist.  Ohne Fördermittel zur Stadterneuerung und Weiterentwicklung wird die Stadt Bonn die finanziellen Belastungen der Weiterentwicklung des Stadtbezirkes nicht tragen können. Zu ihrer Beantragung ist ein aktuelles integriertes Handlungskonzept, wie zuletzt mit einer Perspektivwerkstatt für den Ortsteil Buschdorf im Bezirk Bonn geschehen, auch für den Stadtbezirk Hardtberg als Grundlage daher zwingend erforderlich.

Moll_210x300Deshalb schlagen Moll und die CDU-Bezirksfraktion vor, die Stadtverwaltung Bonn zu beauftragen, das integrierte Handlungskonzept Bonn-Hardtberg aus 2002 in einem intensiven Kommunikations- und Planungsprozess mit externer Beratung und Moderation für die künftigen Entwicklungsziele des Stadtbezirks fortzuschreiben. Bei der Planung für die Zukunft des Stadtbezirkes geht es auch um die Verteilung von Ressourcen, wie freie Flächen, im Rahmen des aktuellen Prozesses der Aktualisierung der Flächennutzungsplanung in Bonn vor dem Hintergrund der Landesentwicklungsplanung und Regionalplanung im Regierungsbezirk Köln, erläutert der CDU Planungsexperte Moll. Die Frage, ob etwa die große Freifläche zwischen Lengsdorf und Ückesdorf der Wohnnutzung überlassen werden soll, muss unter wohnungs- und sozialpolitischen, aber vor allem auch unter Beachtung der Belange des örtlichen Klimas in Bonn im Rahmen des Freiraumsystems der Stadt diskutiert werden. Dabei wird ein intensiver Dialog mit den Anrainerkommunen des Stadtbezirks Hardtberg geführt werden müssen. Bonn kann in seiner Insellage in Mitten der Gemeinden des Rhein-Sieg Kreises die Herausforderungen des wachsenden Wohnbedarfs nicht alleine bewältigen, so der Bezirksverordnete Schekira.

Wesentliches Ziel des integrierten Handlungskonzeptes ist die Abstimmung unterschiedlicher Zielsetzungen im bezirklichen Planungsraum, das in einem offenen Dialog in einer Bürgerwerkstatt erarbeitet werden soll. Nur eine integrierte Betrachtung aller Themen der Wirtschafts-, Sozial- und Stadtraumentwicklung kann bei den unterschiedlichen Belangen der Planung, Politik und Bürgerschaft zu einem Konsens führen. 2002 wurde in einem moderierten Planungskonzept zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und Politik das integrierte Handlungskonzept Bonn-Hardtberg nach Beschluss des Rates mit Aufträgen an die Verwaltung aufgestellt, berichtet der Bezirksverordnete und frühere Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Esser.

Die im Handlungskonzept 2002 aufgezeigten Handlungsfelder und notwendigen Entwicklungsoptionen sind zwar größtenteils weiter verfolgt und umgesetzt worden. So konnte unter anderem dem steigenden Bedarf an Wohnraum durch Ausweisung weiterer Baugebieten u.a. in den Neubaugebieten Am Bruch I, Am Dichbach, In der Grächt und An der Burg Medinghoven Rechnung getragen werden.

Dennoch ist es erforderlich, weiter an der Entwicklung des Stadtbezirks zu arbeiten und eine Perspektive 2025 für die Menschen im Bezirk aufzuzeigen, ist Moll überzeugt. Die Herausforderungen der Zukunft reichen von der Bewahrung des Erreichten, wie die Sanierung der in die Jahre gekommenen Fußgängerzone im Bezirkszentrum Duisdorf und die Renovierung des Rathauses Hardtberg, über die Unterbringung einer mittlerweile großen Zahl von Wohnungssuchenden mit einem ausgewogenen Mix aus verschiedenen Wohnformen bis zur Integration von Flüchtlingen. Spezielle Wohnungsangebote für ältere Menschen und ihre Betreuung ist noch nicht im ausreichenden Maße geplant und bei weitem nicht realisiert: Mit dem Mehrgenerationenwohnen in der Grünen Mitte Duisdorf und den ersten Entwürfen für die Planungen für Mehrgenerationenwohnen auf dem Brüser Berg, die Ratsfrau Jackel beharrlich verfolgt, sind zwar erste Akzente gesetzt worden, die aber angesichts des demografischen Wandels und von einer wirklichen Perspektive für alle Bevölkerungskreise noch weit entfernt sind. Dabei müssen die baulichen Aktivitäten nach Art und Maß auf die besondere Interessenlagen der Menschen abgestimmt und über den reinen Wohnzweck hinaus zu Sozialräumen entwickelt werden. Die milieuübergreifende Integration von Kindern und Jugendlichen ist eine Investition in die Zukunft und muss eine verstärkte Förderung der Einrichtungen und ihrer Möglichkeiten zur Folge haben. Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist dabei eine besondere Herausforderung, die in Schule und Freizeit stattfinden muss und ohne passende Räumlichkeiten für Vereine und freie Träger nicht gehen wird, setzen Bezirksbürgermeisterin Thorand und CDU-Ratsherr Katzidis neue Ziele.

Ein Augenmerk wird bei der Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzeptes Bonn-Hardtberg 2025 auch auf den Aspekten des Verkehrs und der Wirtschaft liegen. Bestehende Konflikte, wie im Blumenviertel zwischen den gegensätzlichen Interessen der Wohnbevölkerung und der örtlichen Gewerbebetriebe, verlangen nach integrativen Lösungen. Diese liegen im Kern in der Verkehrs-infrastruktur und ihrem Ausbau, in dessen Zusammenhang auch das Ergebnis der Bedarfserhebungen des Bundesverkehrswegeplanes 2015/2016 nach voraussichtlicher Veröffentlichung im Frühjahr 2016 einer ganzheitlichen Bewertung bedarf. Ein eventuell vorgeschlagener Straßenbau durch den Venusberg mit Anschluss an den Konrad-Adenauer Damm wäre für den Stadtbezirk Hardtberg zwar eine Chance für eine bessere Anbindung Richtung Bad Godesberg aber zugleich Quell zusätzlichen Autoverkehrs durch den Stadtbezirk. Deshalb müssen wir für alle Argumente offen sein, zeigt sich die CDU Hardtberg aufgeschlossen für den Dialog mit den Bürgern.