Der Intendantenvertrag und der Sport

In den vergangenen Wochen hat der Stadtsportbund schwere Geschütze gegen die Verlängerung des Generealintendantenvertrages aufgefahren. So kündigte er an, neben Presse- und Öffentlichkeitsarbeit notfalls auch mit einem Bürgerbegehren gegen die Vertragsverlängerung vorgehen zu wollen.

Gilles210x300Ich habe Verständnis dafür, dass einzelne Gruppen vor den anstehenden Haushaltsberatungen für ihre Interessen eintreten und klar Position beziehen. Das gegeneinander ausspielen von verschiedenen Bereichen – in diesem Fall Sport und Kultur – hilft jedoch niemanden. So spart man keinen Cent und bringt auch die Sache an sich nicht weiter.

Im Übrigen haben wir als Koalition den Sport bisher nicht stiefmütterlich behandelt. Ich erinnere daran, dass zum Beispiel im Rahmen der vergangenen Haushaltsberatungen die Subventionen erhöht wurden.

Wir als Politik müssen das „Gesamte“ im Auge behalten und versuchen, einen bestmöglichen Ausgleich der Interessen herbeizuführen. Bonn braucht beides, den Sport und die Kultur. Aber Bonn braucht auch eine solide Finanzierung im Bereich Kinder und Jugend, bei den Schulen, in internationalen Belangen, der Umwelt und in sozialen Dingen. Daneben müssen wir auch noch z.B. den Wirtschaftsstandort stärken.

Link: Verwaltungsvorlage  und Anlage

Kein Bereich ist besser oder schlechter, jeder ist anders und spricht ein bestimmtes Bedürfnis an. Was Bonn als Standort ausmacht, war und ist das Gesamtangebot. Dieses muss stimmen!

Unsere Position als Fraktion in Sachen Intendantenvertrag ist klar:

  • Wir vertrauen darauf, dass wir bei der notwendigen Fortsetzung unseres Konsolidierungskurses mit ihm weiter vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Deshalb wollen wir den Vertrag auch verlängern.
  • Wir haben in den letzten Jahren bei der Umsetzung unserer Konsolidierungsziele mit dem Intendanten Herrn Dr. Helmich durchaus gute Erfahrungen gemacht.
  • Der Intendantenvertrag soll allerdings nicht noch vor dem Einbringen des Doppelhaushaltes 2017/2018 unterschrieben werden, weil erst dann die Eckpunkte für unsere Haushalts- und Finanzplanung vorliegen.

Gerade der letzte Punkt ist besonders wichtig. Blankoschecks wird es mit uns nicht geben. Bevor wir uns festlegen, müssen wir zunächst wissen, welchen finanziellen Handlungsspielraum wir in den kommenden zwei Jahren und welche Aussichten wir mittelfristig haben. Alles andere wäre nicht seriös. Der Stadtkämmerer wird den Haushaltsentwurf 2017/2018 am 30. Juni 2016 in den Rat einbringen. An diesem Tag wissen wir konkret, wie es um unsere Finanzen steht.

Ein Beitrag von Dr. Klaus-Peter Gilles – Fraktionsvorsitzender –