Quartiersentwicklung für Medinghoven

Der Ortsteil Duisdorf-Medinghoven hat sich nach dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin verändert. Die ehemals durch Mitarbeiter/innen der Bundesressorts genutzten Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern der Wohnungsbaugesellschaften werden heute überwiegend von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnt.

Der Ortsteil verfügt zwar über Kita- und Jugendeinrichtungen, eine Grundschule im Ganztagesbetrieb sowie ein Spielhaus und Spielplätze. Interkulturelle Begegnungsstätten für ältere Jugendliche, Erwachsene und Senioren/innen sind dagegen, abgesehen von dem Angebot der örtlichen Sportvereine und der Diakonie, praktisch nicht vorhanden.

Das Martin-Bucer Haus ist als ehemalige Begegnungsstätte von der ev. Kirchengemeinde aufgegeben und an die Axenfeld Gesellschaft zum Betrieb einer Kinder- und Jugendeinrichtung veräußert worden. Der Einsatz und das Engagement der Vereine und der Diakonie vor Ort alleine können den Bedarf an sozialer und sozialräumlicher Arbeit und Integration nur begrenzt erfüllen.

„Wir brauchen mehr Integration und Identifikation mit Medinghoven“, Bert Moll (Bild), CDU Ratsherr für Duisdorf/Medinghoven“ 

Einen ersten Schritt in diese Richtung sind Jugendliche aus Medinghoven gegangen, als sie den Ortsnamen auf das Umspannhäuschen hinter der Ladenzeile unter Anleitung eines Jugendbetreuers gemalt haben (Foto: Moll). Aber das reicht nicht! Die Einrichtung eines Nachbarschaftszentrums für alle Menschen unterschiedlicher nationaler Herkunft und Religion könnte die soziale Integration und Förderung insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Ein Quartiersmanagement mit einem/einer Quartiersmanager/in  wie in Buschdorf könnte die Interessen der Bevölkerung aufnehmen, auf sie eingehen und die Menschen zum Mitmachen und Mitgestalten im Quartier motivieren, fordern CDU Ratsherr für Duisdorf-Medinghoven Bert Moll und Fraktionschef Wolfgang Esser. 

Die CDU Bezirksfraktion hat dazu einen Antrag für die Sitzung der Bezirksvertretung am 20. Juni 2017 gestellt. 

Auch der öffentliche Raum wirkt als sozialräumliche Begegnungsstätte nicht gerade einladend. Die eng nebeneinander liegenden Wohnblocks verfügen nicht über einen Quartiersplatz, der zum Verweilen und Kommunizieren einen schönen und angemessenen Rahmen geben würde. Die Ladenzeile ist mittlerweile fast leer, weil sich der Betrieb von Geschäften dort wegen des geänderten Kaufverhaltens der Anwohner anscheinend nicht mehr lohnt. Andere städtebauliche Nutzungsformen könnten den Zustand der Ladenzeile verbessern. 

Der Zustand der Gebäude, Infrastruktur und der öffentlichen Einrichtungen ist in die Jahre gekommen. So müsste u.a. die Brücke über den Konrad-Adenauer Damm gestrichen und saniert werden, sagt Bezirksverordneter und Wohnungsverwalter in Medinghoven, Bernhard Schekira.  

Mit der Erstellung eines Konzeptes sollte zeitnah begonnen werden, um antragsfähige Unterlagen bereit zu halten, um bei nächster Gelegenheit eine Bewerbung zu einem Programm wie das „Sonderprogramm Städtebauförderung: Investitionspaket Soziale Integration im Quartier 2017 (Fördersatz 90 %)“ abgeben zu können. Bereits 2013 hatte die Bezirksvertretung Hardtberg auf Initiative der CDU Bezirksfraktion die Prüfung einer Projektförderung für Quartiersmanagement in Medinghoven beschlossen und dabei der Verwaltung eine Inanspruchnahme möglicher Förderprogramme wie „Soziale Stadt – Investition im Quartier“ oder „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“ nahe gelegt. Leider hat die Stadtverwaltung daraus nichts gemacht. Gleiches war bereits 2012 im Rahmen des Programms „Planmäßigen Durchführung von Quartiersmanagement in Bonner Bezirken“ festzustellen, bei dem Medinghoven nicht berücksichtigt wurde. Es kann nicht sein, dass Medinghoven im Vergleich zu anderen Ortsteilen in Bonn mit ähnlicher Sozialstruktur zurücksteht, ärgert sich Moll.