Aktuelles zur Flüchtlingsunterbringung

Flüchtlinge: Stadt legt neuen Sachstandsbericht vor

ib – Einen aktuellen Sachstand zur Situation der Flüchtlingsunterbringung in Bonn hat die Stadtverwaltung dem Rat für seine Sitzung am 7. April vorgelegt.

Das Fazit: Die Zahl der unterzubringenden Geflüchteten ist leicht rückläufig, und die Herrichtung von Gebäuden und temporären Unterkünften geht weiter, sodass bis Jahresmitte rund 1000 weitere Plätze zur Verfügung stehen. Ziel ist, dort Menschen aus Turnhallen unterzubringen und für weitere, noch nicht absehbare Zahlen von Flüchtlingen vorbereitet zu sein.

Die Zuweisungen durch die Bezirksregierung bewegen sich seit dem „Zuweisungsstopp“ auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Zuweisungen nach Bonn gibt es derzeit nur bei Familienzusammenführungen, etwa zehn Personen pro Woche. Nach Auskunft der Bezirksregierung Arnsberg werden Flüchtlinge derzeit vorrangig Kommunen zugewiesen, die ihr Kontingent noch nicht erfüllt haben. Dazu zählt Bonn nicht.

Mit Stand 4. April sind 3.606 Flüchtlinge in Bonn untergebracht. Im Vergleich zum bisherigen Höchststand in der sechsten Kalenderwoche entspricht dies einem Rückgang von 266 Personen. Etwa 2000 Flüchtlinge wohnen in Übergangsheimen, 860 in Wohnungen, knapp 400 in den sechs Turnhallen und 280 in Hotels und Ferienwohnungen.

Information: Mitteilungsvorlage aus der Ratssitzung am 7. April 2016

280 Plätze sind derzeit noch verfügbar, davon 108 in Turnhallen und 10 in Hotels. Für eine längerfristige Unterbringung eignen sich 140 Plätze, die zum überwiegenden Teil aus einzelnen Betten in teilbelegten Zimmern bestehen. Ganze Wohneinheiten (zum Beispiel komplette Zimmer oder Wohnungen) nutzt die Verwaltung, um vorrangig Familien mit schwangeren Frauen und Säuglingen aus Turnhallen in geeignetere Unterkünfte unterzubringen.

Nach derzeitigem Planungsstand wird die Verwaltung bis zum 30. Juni rund 1000 Plätze in neuen Unterbringungsmöglichkeiten schaffen können:

  • 34 im Viktoriakarree,
  • 60 in Wohnungen am Kaiser-Karl-Ring,
  • 160 im ehemaligen Studentenwohnheim in der Riemenschneiderstraße,
  • 150 in Kürze und
  • weitere 350 später in einer ehemaligen Gewerbehalle in der Maarstraße,
  • 150 in einem ehemaligen Bürogebäude in der Karl-Finkelnburg-Straße und
  • 96 in verschiedenen Wohnungen.

Bis voraussichtlich zum 30. September rechnet die Verwaltung damit, folgende temporäre Bauten (Container) bezugsfertig zu haben:

  1. Schlesienstraße (bis 180 Plätze) und
  2. vier weiteren beschlossenen Standorten Reuterpark (bis 240), Herz-Jesu-Kloster (bis 170), Rheinweg Süd (bis 240) und WTP Beuel (bis 240).

Die Gesamtkapazität liegt bei 1070 Plätzen und damit wegen einer geringen Belegungsdichte etwas weniger als im letzten Sachstandsbericht dargestellt.

Der zwischenzeitlich erfolgte Ankauf der Koblenzer Str. 148 (ehem. CMA-Bürogebäude) könnte nach den erforderlichen Umbauten ebenfalls bis Oktober mit einer Kapazität von ca. 250 Personen bezugsfertig werden.

„Vor dem Hintergrund der neuen Kapazitäten, die ab April zur Verfügung stehen, können nach heutigem Stand sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner der Turnhallen in Holzlar, der Ludwig-Erhard- und Robert-Wetzlar-Berufskollegs sowie des Heinrich-Hertz-Europakollegs in feste Unterkünfte umziehen“, so der amtierende Sozialdezernent Martin Schumacher. Damit würde in diesen Turnhallen Platz für neue Zuweisungen geschaffen. Sobald die Unterkunftskapazitäten dies zulassen, sollen außerdem die Bewohnerinnen und Bewohner der Turnhallen der Musikschule Duisdorf und der Realschule Beuel (derzeit insgesamt 109 Personen) in anderen Unterkünften untergebracht werden. Auch diese Turnhallen können – wie die zuvor genannten – dann für neue Zuweisungen genutzt werden.

Eine Unterbringung im Hochhaus des Bonn-Centers mit ca. 250 Plätzen ist nur mit Sanitärcontainern, weiterem Umbauaufwand und befristet bis zum 30. Juni 2016 möglich. Von dieser Option sieht die Verwaltung daher derzeit ab, auch vor dem Hintergrund fehlender adäquater Alternativen für die Flüchtlinge im Anschluss.

Quelle: Presseamt der Stadt Bonn