Zukunft Seniorenzentren

Zukunft der Seniorenzentren gesichert: Koalition begrüßt Entscheidung des Sozial- und Finanzausschusses

Ein positives Zeichen für die Seniorenpolitik Bonns setzten die Mitglieder des Sozial- und Finanzausschusses in ihrer gemeinsamen Sitzung am 20. Januar 2016: Die drei Seniorenzentren Wilhelmine-Lübke-Haus, Albertus-Magnus Haus und das Haus Elisabeth sowie die Tagespflegestation in der Breite Straße werden fortgeführt und bleiben in städtischer Hand.

Da die Häuser stark sanierungsbedürftig sind und seit langem nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemäßen Altenpflege entsprechen, finden in den nächsten Jahren umfangreiche Modernisierungs- und Umbauarbeiten statt, jedoch nicht – wie ursprünglich geplant – durch Vorschaltbauten im laufenden Betrieb sondern durch Immobilienanmietung bzw. Neubau und einem damit verbundenen Umzug der Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser.

In einem ersten Schritt soll das ehemalige Haus Dottendorf samt Nachbargebäude dauerhaft angemietet werden, um dort eine Pflegeeinrichtung mit Betreutem Wohnen anzubieten. Nach Fertigstellung dieses Gebäudes, wird es von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Wilhelmine-Lübke-Hauses bezogen, um dieses bis 2018 zu sanieren. Ist das Wilhelmine-Lübke-Haus modernisiert, könnten die Senioren des Hauses Elisabeth entweder in das modernisierte Wilhelmine-Lübke-Haus oder in das Haus Dottendorf umziehen.

In Pützchen plant der Rat der Zentraleuropäischen Ordensprovinz Sacre Coeur eine neue Pflegeeinrichtung zu errichten. Werden die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen, könnten Bewohnerinnen und Bewohner des St. Albertus-Magnus-Hauses in die neue Einrichtung umziehen.

Giersberg_210x300Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Alfred Giersberg, sieht in der neuen Vorgehensweise viele Vorteile, sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime, als auch für die Kommune: „Durch die nun beschlossene Vorgehensweise sind Störungen der Bewohnerinnen und Bewohner zum Beispiel durch Lärm vermeidbar. Das Mieten eines Hauses reduziert das finanzielle Risiko für die Eigenbetriebe erheblich und für die Bewohner werden die Kosten für Unterbringung gesenkt, was wiederum die Sozialhilfe entlastet. Was uns als CDU-Fraktion aber besonders freut,  ist die Tatsache, dass die Stadt weiterhin Betreiber der Seniorenzentren bleibt und so als Marktteilnehmer als Vorbild für andere Kommunen dienen kann.  Die 350 beschäftigten Mitarbeiter sind das Herzstück der Altenpflege in Bonn – dieses wollen wir nicht hergeben.“

Auch Karin Robinet, sachkundige Bürgerin der Grünen im Rat der Stadt Bonn und Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Bonner Altenhilfe begrüßt die Chancen, die sich durch die neuen Pläne ergeben können: „Ein Neubau ermöglicht es besser, auf die Forderungen nach einer neuen inhaltlichen Ausrichtung der Altenheime einzugehen. Kleine Wohngruppen, Kochgelegenheiten in den Gruppen und die Möglichkeit sich eigeninitiativ in die Alltagsgestaltung einzubringen sowie die Öffnung der Altenheime ins Quartier sind damit besser und kostengünstiger zu verwirklichen. Auch die Integration des Hospizgedankens in die Altenpflege, und die Möglichkeit für kultursensible Altenpflege sollten bei der architektonischen Umsetzung des Neubaus bzw. des Umbaus eine Rolle spielen. Überdies  sehen wir die Chancen, die freiwerdenden Standorte für andere sozialpolitische Anliegen zu  nutzen, z. B. für sozialen Wohnungsbau, Pflegewohnungen im Quartier, Räumlichkeiten für die Flüchtlingshilfe wie auch für andere bedürftige Gruppen.“

Zehiye Dörtlemez, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Ratsfraktion: „Durch den Beschluss wurden die richtigen Zeichen in der Seniorenpolitik gesetzt. Wir sind ausgesprochen zufrieden mit der Entwicklung in Bonn: Die Seniorenzentren schreiben nun endlich wieder schwarze Zahlen , durch die umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten, werden die Einrichtungen nun auf einen hochwertigen Stand gebracht, der Pflege und Wohnen im Alter auf qualitativ hohen Niveau ermöglicht. Dass dabei Pflege störungsfrei geleistet werden kann und die Beeinträchtigungen  für die Bewohnerinnen und Bewohner gering bleiben, ist aus unserer Sicht ein großes Plus.“